Dinge selbst machen

Tütchen mit Kieselgel sind allgegenwärtig. Sie befinden sich beispielsweise in Schuhkartons und neuen Taschen. Trotzdem wissen nur wenige, was man damit anfangen soll.

In diverse Verpackungen werden immer wieder kleine, feuchtigkeitsdurchlässige Papierpackungen gelegt, in denen sich durchsichtige Kügelchen befinden. Hierbei handelt es sich um Kieselgel, das sich als Trockenmittel eignet und die neu gekauften Produkte vor Feuchtigkeit schützen soll. Doch Kieselgel kann noch mehr.

1. Bekanntlich läuft Silberschmuck aufgrund der Luftfeuchtigkeit schwarz an. Doch Kieselgel kann dieses Verfärben verhindern. Dafür sollte ganz einfach eine Tüte zusammen mit dem Schmuckstück in die Schatulle gelegt werden, sodass sich die Feuchtigkeit darin sammeln kann.

2. Wenn es nach einem anstrengendem Training in der Sporttasche oder nach einer langen Fahrt im Auto müffelt, muss nicht zwangsläufig ein Duftbaum her. Ein Päckchen Kieselgel bindet die Feuchtigkeit und somit die Gerüche. Allerdings sollten im Auto natürlich ein paar mehr Packungen zum Einsatz kommen.

3. Apropos Auto – die Kügelchen sollen zudem das Beschlagen der Scheiben verhindern können. Auch hierbei werden mehrere Tüten benötigt, die dem Innenraum die Feuchtigkeit entziehen und dem Fahrer die Fahrt erleichtern können.

4. Auch bei beschlagenen Objektiven oder Displays kann das Gel behilflich sein. Demnach sollte der Apparat zusammen mit einem Säckchen aufbewahrt werden. Wenn man dann beispielsweise mit einer abgekühlten Kamera ins Warme kommt, ist die Linse nicht beschlagen.

5. Um sich an vergangene Ereignisse zu erinnern, nutzen viele Menschen vermehrt ihr Smartphone, auf dem sie unzählige Bilder speichern. Einige sind aber nach wie vor Fans von echten Fotos und Polaroids, die mit der Zeit allerdings vergilben können. Werden sie aber zusammen mit Kieselgel gelagert, verlieren sie nicht an Farbe und Glanz.

6. Der Schock sitzt tief, wenn das Handy oder ein anderes elektronisches Gerät ins Wasser fällt. Um es doch noch zu retten, kann es in Kieselgel gelegt und getrocknet werden, weil dadurch Nässe absorbiert wird.

7. Wenn es in den Urlaub geht, sollte ein Päckchen im Koffer nicht vergessen werden. Denn Kieselgeld kann die Lebensdauer von Medikamenten und Elektrogeräten verlängern, die in tropischen Ländern aufgrund der Luftfeuchtigkeit eigentlich beschädigt werden würden.

8. Sogar in Sachen Lebensmittel ist Kieselgel ein nützlicher Helfer. Kekse und Chips, die nach dem Öffnen ihren Biss verlieren, können zusammen mit einer Tüte Kieselgel länger knackig und genießbar bleiben. Hier darf allerdings nur eine Packung zum Einsatz kommen, auf der sich kein Warnhinweis vor Giftigkeit findet. Außerdem sollte das Kieselgel selbst nie verzehrt werden.

9. Der nächste Flohmarkt-Termin ist erst in ein paar Wochen? Dann können die Klamotten solange ohne Problem im Keller gelagert werden – aber unbedingt zusammen mit mehreren Tüten Kieselgel. Sowohl Schimmel als auch fiesen Gerüchen wird vorgebeugt.

10. Wer unverhofft in den Regen gekommen ist, klagt danach über nasse Klamotten. Besonders Schuhe und Taschen brauchen sehr lange, um an der Luft zu trocknen – doch Kieselgel kann das Ganze beschleunigen.

Na, wenn das mal keine Gründe sind, um Kieselgel künftig vor dem Mülleimer zu retten. Meistens schrecken viele Menschen vor dem Gebrauch zurück, da auf der Tüte der Warnhinweis „Wegschmeißen, nicht essen“ geschrieben steht. Das Granulat selbst ist aber hingegen vieler Vermutungen vollkommen ungiftig – bis auf wenige Ausnahmen: Einige Tütchen können gefährliche Zusätze enthalten, die sich an der Farbe der Kügelchen erkennen lassen. So deutet eine blaue Farbe auf giftige Stoffe hin.